Slowenen sagen Nein zu Pensionsreform
Die als bedeutsam für die Bonität des Euro-Staates Slowenien gewertete Rentenreform ist offenbar an einem Referendum gescheitert. Erste Auszählungsergebnisse wiesen auf eine klare Ablehnung des Reformvorhabens hin, teilte die Wahlkommission gestern Abend mit.
Demnach stimmten 71,9 Prozent der Slowenen gegen die Reform, lediglich 28,1 Prozent dafür. Vordergründig ging es bei der Volksabstimmung um eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre. Zurzeit liegt es für Frauen bei 57 und für Männer bei 58 Jahren.
Nahe an „kritischer Situation“
Tatsächlich stand nach den Worten von Sloweniens Notenbankchef Marko Kranjec viel mehr auf dem Spiel. „Slowenien sollte sich bewusst sein, dass es nur einen kleinen Schritt von einer kritischen Situation entfernt ist“, hatte er vor kurzem erst gewarnt.
Slowenien trat im Jahr 2004 der EU bei und führte 2007 den Euro ein. In Umfragen hatte sich abgezeichnet, dass die Wähler die Rentenreform der Mitte-Links-Regierung ablehnen werden. Analysten warnten, dies könne negative Folgen für die Kreditwürdigkeit des Landes haben, die entscheidend für seine Kreditkosten ist.
Berlin warnte Slowenien
Die deutsche Regierung hatte sich am Freitag in einem ungewöhnlichen diplomatischen Akt für eine Erhöhung des Renteneintrittsalters in Slowenien ausgesprochen. Hinter den Äußerungen stehen offenbar Sorgen, Slowenien könnte von den Kapitalmärkten als der nächste Problemfall in der Euro-Schuldenkrise ausgeguckt werden.
